Konzertinformationen

Chorkonzert im Alten Rathaus

10.11.2006 (19:30)

Herbstkonzert im Alten Rathaus

Nur wenige Wochen nach dem großen Konzert im Prinzregententheater (siehe BSZ Oktober 06) des Sängerkreis München e.V. veranstaltete dieser erneut ein beachtenswertes Herbstkonzert im Alten Rathaus, das durch die Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München in dem beeindruckenden, von der Akustik aus betrachtet aber nicht einfachen Saal, möglich wurde.
Das Programm war abwechslungsreich und begann mit Gospel al Dente (Ltg. Margarete Jäger), drei Sängern, die mit "In this heart" bezauberten und mit "Somebody´s knocking" durch anspruchsvolle Rhythmen überraschten und schließlich in bekannten Melodien aus "Jesus Christ Superstar" schwelgen ließen.

Es folgten 15 Musikantenkinder, die unter Leitung von Karin Hoch, unterstützt von Carmela Signorile, mit ihrer Erkennungsmelodie "Musimo, mein musimo" und ihren folgenden Liedern, die sie mit Rhythmusinstrumenten vortrugen, das Publikum begeisterten. Die Kinder, die vom Klegs Kindergarten e.V. kommen, gaben ein rührendes Bild ab: die jüngsten Mitwirkenden sind drei Jahre alt. Fünf Zweijährige gehören bereits zur Gruppe, waren aber natürlich am Abend nicht dabei. Die Kinder sangen so rein, dass man entspannt zuhören konnte und dachte, das könne ruhig eine Stunde so weitergehen. Nachdem die Kinder sich sogar kompetent ans Bayerische Liedgut (Mei Häuserl) herangetraut hatten, obwohl niemand bayrisch spricht, trat Frau Aulitzky auf das Podium und überreichte an Frau Hoch und die Kinder den Felix–Preis des Deutschen Chorverbands. Wie sie ausführte, ist der Felix ein Gütesiegel für Kindergärten, in denen
- täglich gesungen wird,
- die Tonart der Lieder den kindlichen Stimmen angepasst ist,
- die Liedauswahl vielfältig und altersgemäß ist,
- Lieder aus anderen Kulturkreisen gesungen werden.
Frau Aulitzky zitierte wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach das Singen die Denkfähigkeit und die Sprachentwicklung fördert, die soziale Kompetenz steigert und das tägliche Lernen unterstützt. Es sei also nur nahe liegend, möglichst früh damit anzufangen.
Frau Aulitzky gab den Kindern und besonders den Buben mit auf den Weg, niemals mit dem Singen aufzuhören.

Es folgte der Brahms Chor (Ltg. Wolfgang Schmitt), im Vergleich zum Wohltätigkeitskonzert im Herkulessaal (siehe BSZ Nov.06) in kleinerer, aber immer noch über 40 Chormitglieder starker Besetzung. Trotz der anspruchsvollen akustischen Verhältnisse gelang dem Chor ein völlig homogener Klang bei gleichzeitiger Präzision. So galt es viel zu bewundern: die jungen Stimmen, die Liedauswahl, die das Thema Herbst aufgriff und sich von C.M. von Weber über wunderbar gestaltete Kompositionen von R. Schumann bis zu "Der Herbst" von J. Brahms steigerte.

Dann war Pause und auch über die gilt es zu berichten, nämlich dass das für die Organisation des Abends berufene Beiratsmitglied Ludwig Estl für Speis und Trank gesorgt hatte, so dass ein angeregter und fröhlicher Meinungsaustausch stattfand. Ferner, dass Frau Hoch und Frau Signorile als Beiräte des SKM für den Bereich Kindergärten gewonnen werden konnten.

Der MGV Unterföhring (Ltg.: Rainer Wiedemann) der, obwohl in Unterföhring beheimatet, zum SKM gehört, hatte die Jagd zum Thema. Der große Männerchor überzeugte durch Präzision, Frische, Klangreinheit und Dynamik. Auch zarte Töne konnte man vernehmen, natürlich nicht im Jägerchor aus dem Freischütz am Ende des Vortrags. Man darf gespannt sein, wie sich der Chor in 2 Jahren zum 40. Chorleiterjubiläum von Rainer Wiedemann präsentieren wird.

Die GieSingers unter Leitung von Erich Häussler waren nur in der Zahl, nicht aber in der Stimmgewalt dem zuvor singenden Männerchor unterlegen. Sie begannen mit der Kosakenpatrouille, einer russischen Volksweise, die zusammen mit dem "Slavonischen Ständchen" und der "Böhmischen Polka" als "Erkennungsmelodien" der GieSingers gelten kann. Am Ende landete der Chor dann mit seinen strahlenden Tenören "Bei der Flasche", einem Jagdlied von R. Schumann.

Die Freude bei den Vorsitzenden des SKM war groß, als die Meldung des abschließenden Chores für das Herbstkonzert eingetroffen war, denn bisher hatten die Termine des SKM nie in die Planungen des Münchner Konzertchors (Ltg.: Robert Blank) gepasst.
Der Strom wollte schier nicht abreißen, als der Chor die Bühne betrat. Einleitend stellte Robert Blank seinen Chor als Oratorienchor vor, der in der Emauskirche in Harlaching beheimatet ist. Mit großer Perfektion und zugleich einfühlsam bot der Münchner Kammerchor als a-cappella-Chor Kompositionen dar, die nicht zu seinem Repertoire gehören. "So fahr ich hin" (H. Schütz) gelang so wie die thematisch passenden Kompositionen "Herbstlied" (Mendelssohn-Bartholdy) und "O Herbst" (F.Hensel) annähernd professionell.

Als Robert Blank nach "Innsbruck, ich muss dich lassen" vorsichtig eine mögliche Zugabe ankündigte, kam sofort Zustimmung aus dem Publikum und das "Abendlied" von Rheinberger wirkte noch beglückend nach, als man die kalte Herbstnacht betrat. Die Eltern eines Musikantenkindes meinten zwinkernd: So singt man einmal, wenn man nie aufhört mit dem Singen.
Petra Aulitzky, 2. Vorsitzende Sängerkreis München e.V.

Mit dem Felix wurde im Rahmen dieses Konzerts ausgezeichnet:
Kindergarten Klegs e.V.

Der organisatorische Ansprechpartner war:
Ludwig Estl (Die GieSingers)

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