Konzertinformationen

Chorkonzert Münchner Chöre

06.10.2006 (20:00)

Chorkonzert der Münchner Chöre

"Wie die das nur fertig bringen? Die Amateursänger Münchens im edlen Prinzregententheater! Zum zweiten Mal - diesmal unter der Regie des neuen Kreisvorsitzender Peter Schreyer - fand das Hauptkonzert des Münchner Sängerkreises in einer der ersten Münchner Konzertadressen statt: Aber Münchens Kulturverantwortliche gelten als durchaus bürgerfreundlich. Und Münchens Chöre können professionellen Ansprüchen doch weitgehend standhalten. Und Münchens Publikum wusste das zu schätzen: Das Theater war beinahe ausverkauft!
Die Bandbreite war gewaltig, - schon in der Besetzung reichte sie vom Duo bis zum 40-köpfigen Chor (Musikschule Neuried als Gast), bei den Komponisten von Gluck bis in die Gegenwart und bei den Werken vom verschmusten "Daydream lullaby" bis zu einem beängstigenden "De profundis".
Die Einleitung - eine verkürzte Chorfassung von Glucks "Orpheus und Eurydike" - brachte durchaus heitere Erlebnisse: Das Klavier gab in den Überleitungen Ausblicke auf Mozart, Beethoven und verdi frei, sobald Orpheus' inhaltliches Thema zu gleichen Themen in den Werken der nachfolgenden Komponisten passte.
Im Folgenden wechselten sich Instrumentales - ein achtköpfiges Trio Doble und das Klavierduo Gurevich & Ognianer - mit den a-capella-Ensembles ab: Zunächst wurde das Publikum von den zu Herzen gehenden Melodien von CANTABENE (Brahms, Milsby, Taylor, Drake) eingefangen, fand sich beim Münchner Chorkreis mit traditionellem Liedgut (vom Widmann über Jeep und Lau bis Jeßler) konfrontiert und sah sich bei Capella Nova einem kleineren Ensemble gegenüber, das mit Werken von Vic Nees, Knut Nystedt und Trond Kverno konsequent auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte und zudem Komponisten brachte, die dem christlichen Schattenreich nahe stehen: Ein beeindruckender Auftritt einer bemerkenswerten Gruppe unter einem sehr souveränen Dirigenten.
Nach der Pause dann zunächst "Don Camillo": 13 jugendliche Sängerinnen, 13 ebensolche Sänger! Duke Ellington, John Rutter (sein berühmter "Sing a song of sixpence"), ein heiterer Brahms, Milton Ager zum Abschluss: Eine beschwingte Sache, ganz dem "Wochenend und Sonnenschein" zugewandt, - zudem mit Präzision und scheinbarer Unbekümmertheit gesungen, so recht wohl nach dem Herzen der Zuhörer.
Wieder ein gewaltiger Gegensatz: NotaBene mit Wilhelm Killmayer, drei Liedern von Robert Schumann und einem knalligen Mátyás Seiber (aus den "Three Nonsense Songs"): Von hoher Qualität ud großer Stimmigkeit. Irritierend und vielleicht irritiert das Publikum: Nach einem Robert Schumann traut man sich nicht ohne weiteres zu klatschen. Aber der "Old man in a Tree" von Seiber wirkte so richtig Bann-lösend.
Schließlich ein luftiges und beschwingtes Ende: Die Harmunichs - diesmal ein auf 18 Sängerinnen reduziertes Ensemble - zog eine begeisternde und hinreißede Schluss-Show ab: Hier passte neben Kleidung und Choreographie auch der inhaltliche Aufbau des Auftritts: Von (allerdings ziemlich lichter) "Darkness" bis zum bewegten "The Joint is Jumpin".
Qualität in den verschiedensten musikalischen Ausdrucksformen, - hier ist dem Sängerkreis München wieder eine Zusammenstellung geglückt, die der Bedeutung des Podiums durchaus würdig war!"

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